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Digitale Gesellschaft - Innovation - Regulierung


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Innovationsprozesse

In diesem Themenfeld wird die Wechselwirkung (Interaktion) von Digitalisierungs – und Innovationsprozessen mit Bezug auf Arbeit, sowie soziale und gesellschaftliche Prozesse behandelt. Anwendungsbeispiele hierfür sind Inkubatoren, Innovations­prozesse, Co-Creation oder Crowdsourcing. Digitalisierung beinhaltet hierbei den (vernetzten) Einsatz digitaler, computergestützter Technologien in Produktion und Dienstleistung (Industrie 4.0, Internet of Things, …) und Innovation die Einführung und Anwendung neuer Produkte (Produktinnovation), Prozesse und Abläufe (Prozessinnovation) für eine Gruppe, Organisation oder größere gesellschaftliche Einheiten, von denen die jeweilige Zielgruppe profitieren soll.

Das Recht des Geistigen Eigentums war ursprünglich ein Sonderprivatrecht der Unternehmen, die Bürger und Verbraucher hatten allenfalls im Rahmen der Privatkopie im Urheberrecht Berührungspunkte. Durch neue Formen der Innovation (Open Source, Open Innovation), die Digitalisierung von geschützten Inhalten (Apps, Software-Downloads) sowie deren Nutzung durch Privatpersonen (Creative Commons) hat sich das Recht des Geistigen Eigentums zu einem Teil des Privatrechts entwickelt. In der Interaktion zwischen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften werden Vereinfachungsalternativen des Regelungsrahmens erarbeitet, z.B. durch die Ausarbeitung von Modellregelungen und Musterverträgen für Lizenzverträge oder durch die Neugestaltung von bestehendem Regelwerk unter der Nutzung von digitaler Technologie. Staatliche Institutionen müssen nicht nur der veränderten digitalen Realität mit geeigneten Anpassungen des Regelwerks folgen. Diese Institutionen können auch davon profitieren, dass die Digitalisierung eine Vielfalt an neuen Steuerungsinstrumenten ermöglicht.

Die Interaktion von Digitalisierung und Innovation wird in diesem Themenfeld auf drei Ebenen betrachtet:

  • Mikroebene: Konsequenzen für das Individuum und interpersonale Beziehungen
  • Mesoebene: Organisationen oder organisationale Einheiten
  • Makroebene: gesellschaftliche (Sub-)Systeme

Das Spektrum möglicher Szenarien bewegt sich zwischen weitgehender Automatisierung (Kontrolle und Steuerung durch die Technologie: „Systeme lenken Menschen; Kontroll- und Steuerungsaufgaben werden durch die Technologie übernommen“) einerseits und einem Spezialisierungsszenario („Menschen nutzen Systeme“) andererseits. Mit den Szenarien sind unterschiedliche Konsequenzen auf die Qualität menschlicher Arbeit verbunden.

Bei Gestaltungsprojekten spielt der Einbezug von Nutzern in den Gestaltungsprozess (user-centered design) eine zentrale Rolle. Mittels Internettechnologien lässt sich bereits in frühen Phasen die Anforderungsanalyse (z.B. requirements analysis) mittels Techniken des crowd sourcing bzw. der crowd innovation erweitern und ein deutlich breiteres Spektrum an Stakeholdern in die Entwicklung einbeziehen. Ansätze des Remote Usability Testings komplettieren dieses Vorgehen in nachgelagerten Phasen des Usability Engineerings.

Im sozialen, gesellschaftlichen und politischen Bereich (Meso- und Makroebene) lässt sich durch den Einsatz von Online-Tools (z.B. Web-Portale) auf der einen Seite Kommunikation, Partizipation und Engagement von Einzelnen und Gruppen innerhalb von Organisation und auf gesamtgesellschaftlicher Ebene erweitern und vertiefen.

Folgende Fragestellungen werden in diesem Themenfeld adressiert:

Fragestellungen I: Digitalisierung als Motor für Innovationsprozesse

  • Welche Konsequenzen sind mit der Digitalisierung auf die individuelle Arbeit in sozio-technischen Systemen und auf betriebliche Kooperations-, Kommunika­tions- und Entscheidungsprozesse verbunden?

Fragestellungen II: Digitalisierung als Mittel für Innovationsprozesse

  • Wie lassen sich Innovationsprozesse mit Hilfe von Digitalisierung realisieren?
  • Wie kann der Einbezug von Kunden oder Zulieferern bei der Produkt- und Dienstleistungsentwicklung (Open Innovation) ermöglicht werden?

Fragestellungen III: Konsequenzen für gesellschaftliche (Sub-)Systeme

  • Wie lassen sich Schieflagen der Partizipation, Volatilitäten und die potentielle Unverbindlichkeit der Kommunikation reduzieren?
  • Welche Formen der sozialen und politischen „Innovation“ bahnen sich durch digitale Werkzeuge ihren Weg (und welchen bleibt der Weg versperrt)?
  • Wie kann das Recht des Geistigen Eigentums in das Bürgerliche Recht integriert werden?

Ausgewählte Publikationen

2018

Tönnissen, S.; Teuteberg, F.: Abbildung von Intercompany-Verträgen auf der Blockchain durch Smart Contracts − eine Fallstudie am Beispiel von IT-Services", erscheint in: HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik, 324, 55. Jahrgang, Dezember 2018.

2017

Hausberg, P.; Korreck, S. (2018), A Systematic Review and Research Agenda on Incubators and Accelerators, Journal of Technology Transfer.

Hausberg, P.; Hülsdau, M.; Moysidou, K.; Teuteberg, F. (2017), Employees’ Adoption of Workplace Innovations: An Investigation of Self-Efficacy, Motivation, Trust and Risk Propensity, Informatik 2017, 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), Chemnitz.

Kamm, K. M.; Klingenberg, M.; Hartmann, B. (2017), Arzneimittelhandel im Internet: Wirtschaftsaufsicht und Datenschutz, in: Arndt Sinn, Bernd J. Hartmann u.a. (Hrsg.), Auswirkungen der Liberalisierung des Internethandels in Europa auf die Arzneimittelkriminalität, Springer, Berlin.

Meier, P.; Beinke, J. H.; Teuteberg, F. (2017), Participatory Requirements Engineering – Using Factorial Surveys to understand Users’ Attitude towards Emerging Technologies. Informatik 2017, 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), Chemnitz.

Niemöller, C.; Zobel, B.; Berkemeier, L.; Metzger, D.; Werning, S.; Adelmeyer, T.; Ickerott, I.; Thomas, O. (2017), Sind Smart Glasses die Zukunft der Digitalisierung von Arbeitsprozessen? Explorative Fallstudien zukünftiger Einsatzszenarien in der Logistik, International Conference on Wirtschaftsinformatik (WI2017) (Leimeister, J. M.; Brenner, W., (Hrsg.)), 12.-15. Februar 2017, St. Gallen, Schweiz.

Thomas, O.; Varwig, A.; Kammler, F.; Zobel, B.; Fuchs, A. (2017), DevOps: IT-Entwicklung im Industrie 4.0-Zeitalter – Flexibles Reagieren in einem dynamischen Umfeld, in: HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik, Nr. 54/2.

Berkemeier, L.; McGuire, M.-R.; Steinmann, S.; Niemöller, C.; Thomas, O. (2017), Datenschutzrechtliche Anforderungen an Smart Glasses-basierende Informationssysteme in der Logistik, Informatik 2017, Lecture Notes in Informatics (LNI) (Eibl M., Gaedke M. (Hrsg.)), 25. September - 29. September 2017, Chemnitz, S. 1037-1048.

2016

Spaeth, S.; Hausberg, P. (2016), Can open source hardware disrupt manufacturing industries? the role of platforms and trust in the rise of 3d printing, in The Decentralized and Networked Future of Value Creation (pp. 59-73), Springer International Publishing.

2014

Busch, C. (2014), Mobile Payment – Rechtliche und technische Rahmenbedingungen für Innovationen im Zahlungsverkehr, Perspektiven des Wirtschaftsrechts 2014 (pp. 65-78), Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG.

Frehe, V.; Kleinschmidt, T., Teuteberg, F. (2014), Big Data in Logistics – Identifying Potentials through Literature, Case Study and Expert Interview Analyses; in: Workshop on Big Data in Mobility and Logistics, Informatik 2014, Stuttgart.