Profillinie

Digitale Gesellschaft - Innovation - Regulierung


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Alle Meldungen 2020

Security Token Offerings – Nur ein Hype oder alternative Finanzierungsform der Zukunft?

Kapitalbeschaffung durch Initial Coin Offerings (ICOs) hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Allerdings haben sich durch die gestiegene Aufmerksamkeit auch die Fälle von ICO-Betrug vermehrt. Als Folge wurden verstärkt Security Token Offerings (STOs) durchgeführt. Diese bieten Investoren ein höheres Maß an Rechtssicherheit und z.B. eine direkte Beteiligung an den Unternehmensgewinnen. Im Rahmen einer interdisziplinären Untersuchung haben die Mitglieder der Profillinie 1 Herr Kai Rohde und Herr Jan Beinke die Erfolgsaussichten von STOs untersucht. Darin werden zunächst die wesentlichen Vorteile von ICOs und STOs dargestellt. Außerdem werden internationale Regulierungsvorschriften von STOs vorgestellt. Der Beitrag liefert Hinweise darauf, dass "heiße" Kryptomarktphasen alleine keine erfolgreichen STOs garantieren.

Rohde, K., J.H. Beinke (2020): Security Token Offerings – Nur ein Hype oder alternative Finanzierungsform der Zukunft?, in Corporate Finance, Nr. 11 - 12, S. 328 - 332.

Wissenschaftler der Profillinie 1 entwickeln landkreisbezogenes Corona-Vorhersagemodell in Kooperation mit Jülicher Forschungszentrum

Neuroinformatiker der Universität Osnabrück und Datenspezialisten des Forschungszentrums Jülich stellen täglich neue Modellergebnisse zur Vorhersage der Covid-19-Infektionen bereit. Die Ergebnisse enthalten tagesaktuelle Schätzungen der gemeldeten Neu-Infektionen und eine 5-Tages-Vorhersage für jeden deutschen Landkreis, und sind auf der Website https://covid19-bayesian.fz-juelich.de abrufbar.

Die Prognosen beruhen auf Daten des Robert Koch-Instituts, die mit einem neuen, wahrscheinlichkeitsgewichteten Modell der Osnabrücker Neuroinformatiker auf Höchstleistungsrechnern des Jülich Supercomputing Centre (JSC) statistisch analysiert werden.

Das „COVID-19 Bayesian Modelling for Outbreak Detection“, kurz BSTIM-Modell, besitzt zwei wesentliche Merkmale, die es von anderen Methoden unterscheidet: „Zum einen liefert die neue Methode einen Vorhersagehorizont, der es ermöglicht, die Verlässlichkeit der Prognosen zu beurteilen. Weiterhin wird der Einfluss vom örtlich benachbarten Infektionsgeschehen mit einbezogen. Das erlaubt uns, auch die Dynamik der Ausbreitung zu bewerten“, erklärt Prof. Dr. Gordon Pipa, Leiter der Arbeitsgruppe Neuroinformatik auf dem KI-Campus an der Universität Osnabrück, die das BSTM-Modell erst kürzlich in einem anderen Kontext entwickelt hat.

Eine von mehreren Herausforderungen bei der Auflösung nach einzelnen Landkreisen sind die niedrigen Fallzahlen. „Eine einzelne Prognosekurve kann irreführend sein, da sich die Verlässlichkeit der Vorhersage nicht beurteilen lässt“, erläutert Prof. Pipa. „Das von uns verwendete BSTIM-Modell berechnet daher nicht nur einen einzelnen wahrscheinlichen Verlauf, sondern berücksichtigt viele mögliche Verläufe, die zu den Daten konform sind. Dies ermöglicht die Berechnung sogenannter Vorhersagehorizonte als Maß für die Streuung der Wahrscheinlichkeiten. Auf diese Weise ist eine Einschätzung der Situation einschließlich statistischer Unsicherheiten möglich, die auch bei niedrigen Fallzahlen hilfreiche Informationen liefern kann.“

Das BSTIM-Modell errechnet überdies den Einfluss angrenzender Regionen. Ein sogenannter Interaktionskernel beschreibt, wie sehr sich eine hohe oder niedrige Infektionszahl in einer benachbarten Region auf das Infektionsgeschehen in einem Landkreis auswirkt. Die Osnabrücker Arbeitsgruppe Neuroinformatik und das Robert Koch-Institut hatten den Interaktionskernel bereits 2019 erfolgreich eingesetzt, um den Verlauf von Infektionen mit dem Rotavirus sowie Borreliose und Campylobacter-Bakterien zu beschreiben.

Experten des Jülich Supercomputing Centre (JSC) halfen dabei, die Methode für COVID-19-Daten zu adaptieren, und den Code für die Analyse auf den Jülicher Superrechnern anzupassen. „Die Ermittlung des Vorhersagehorizonts ist äußerst rechenintensiv, da wir dazu auf sehr viele Modellvariationen abgewiesen sind. Daher braucht die statische Modellierung deutlich mehr Rechenzeit als Methoden die auf einen Vorhersagehorizont verzichten. Um die Analysen täglich unmittelbar nach der Verfügbarkeit der RKI-Daten zur Verfügung stellen zu können, nutzen wir Ressourcen des Jülich Supercomputing Centre – normale Arbeitsplatzrechner wären damit weit überfordert“, erklärt Jens Henrik Göbbert vom JSC.

Die tagesaktuellen Auswertungen sowie die Möglichkeit räumlicher und zeitlicher Vergleichsdarstellungen sind öffentlich zugänglich und werden auf der Webseite covid19-bayesian.fz-juelich.de möglichst allgemeinverständlich dargestellt. "Wir wollten die Ergebnisse schnell und auf verständliche Weise zur Verfügung stellen, damit eine breite Zielgruppe zeitnah über Inhalte reden kann und man sich nicht an der Technik aufhalten muss“, erklärt Göbbert.

Besucherinnen und Besucher der Seite können etwa interaktiv 5-Tages-Prognosen für frei wählbare Landkreise aufrufen, oder die aktuellen Meldedaten des Robert-Koch-Instituts mit den geschätzten tatsächlichen Neuinfektionen vergleichen. Aufgrund von Verzögerungen bei der Datenübermittlung weichen die gemeldeten Zahlen oftmals und teils erheblich von der tatsächlichen Zahl der neuen Fälle ab. Ein sogenannter „Nowcast“ verfolgt dabei das Ziel, zunächst die aktuellen Zahlen mittels statistischer Analysen abzuschätzen. Ein "Forecast" liefert eine Schätzung der Entwicklung für weitere fünf Tage.

Auch für künftige Herausforderungen im Bereich der Pandemieforschung hat das Projektteam schon eine Idee. Prof. Pipa: „Solche interdisziplinären Teams könnten als Kompetenzzentren über die Grenzen von Instituten hinweg etabliert werden, um sich zum Beispiel durch Simulation von Krisensituationen auf verschiedene Szenarien und deren notwenigen Schritte bei der Datenbeschaffung und Datenanalyse vorzubereiten, ähnlich dem Katastrophenschutz.“

Erfolgreicher Wissenstransfer im Rahmen des IHK-Technologietreiberforums „Virtual und Augmented Reality-Anwendungen in produzierenden Unternehmen“

Am 23. September 2020 fand das 3. Technologietreiberforum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim statt. Unter dem Titel „Virtual und Augmented Reality-Anwendungen in produzierenden Unternehmen“ erhielten Unternehmensvertreter aus der Region Weser-Ems vielseitige Einblicke in die Einsatzpotenziale, Chancen und Herausforderungen erweiterter und virtueller Realitäten im industriellen Kontext. Die wissenschaftliche Begleitung übernahmen dabei Prof. Dr. Frank Teuteberg vom Fachgebiet Unternehmensrechnung und Wirtschaftsinformatik der Universität Osnabrück und Prof. Dr. Philipp Lensing von der Hochschule Osnabrück, die von Julian Schuir (Fachgebiet Unternehmensrechnung und Wirtschaftsinformatik, Prof. Teuteberg) und Jannis Vogel (Fachgebiet Informationsmanagement und Wirtschaftsinformatik, Prof. Thomas) unterstützt wurden.

Auf der Tagungsordnung standen nach dem Kick-Off von Prof. Dr. Frank Teuteberg und Julian Schuir spannende Praxiseinblicke der Amazonen Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG in Hasbergen und der Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG in Spelle zum VR/AR-Einsatz im Kundendienst und in der Produktion. Im Anschluss beleuchteten im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung Prof. Dr. Frank Teuteberg und Julian Schuir anhand von Forschungsergebnissen aus dem BMBF-Projekt SoDigital sowie der Profillinie Digitale Gesellschaft, Innovation und Regulierung die Potenziale und Herausforderungen der digitalen Kollaboration in augmentierten und virtuellen Arbeitswelten. Zusätzlich gab Prof. Dr. Philipp Lensing in einer anschaulichen Präsentation fundierte Einblicke in verschiedene Anwendungsdomänen wie bspw. der Freilandplanung oder dem Embodied Engineering und beleuchtete die technischen Schwierigkeiten von 3D-Visualisierungen. Im sich anschließenden Workshop wurden gemeinsam betriebliche Fragestellungen zu Augmented und Virtual Reality identifiziert und diskutiert. Abschließend veranschaulichten Jannis Vogel vom Fachgebiet für Informationsmanagement und Wirtschaftsinformatik sowie Dennis Hackmann von den Amazonen Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG in Hasbergen die Einsatzmöglichkeiten von Augmented und Virtual Reality anhand von Live-Demonstrationen. Dabei stellte Jannis Vogel unter anderem die neue Microsoft Mixed-Reality-Brille HoloLens 2 anhand eines eigens entwickelten Prototypens zur räumlichen Prozessmodellierung vor. In Kombination mittels AR-Cloud können so komplett neuartige Wissens- und Lernräume geschaffen werden.

„Das Technologietreiberforum ist ein wichtiges Format, um interessierte Unternehmen untereinander und mit der Wissenschaft in den Wissensaustausch zu bringen und sich über Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen auszutauschen. Dies erleichtert den Einstieg in neue Technologien wie AR/VR. Sich Partner bei diesem Thema zu suchen macht sowohl für die Wissenschaft als auch die Praxis Sinn“, so Prof. Teuteberg.

Insgesamt nahmen mehr als 40 interessierte Unternehmensvertreter die Einladung zum 3. IHK-Technologietreiberforum an und beteiligten sich in einem gelungenen hybriden Format sowohl virtuell als auch physisch an der Veranstaltung. Unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Teuteberg wollen sie die Technologien im Rahmen von Folgeworkshops näher kennenlernen, um anschließend gemeinsam Einsatzpotenziale für die eigenen Unternehmen zu identifizieren und vorhandene Prototypen und sich bereits im Praxiseinsatz befindende AR/VR-Anwendungen weiterzuentwickeln. Die nächsten Folgeworkshops am 07.10 sowie 23.11 stehen bereits fest. Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite der IHK Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim.

Befragung im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts: Wie gestalten Sie Ihr Homeoffice?

In den letzten Monaten hat sich die Zahl der Arbeitnehmer*innen, die regelmäßig aus dem Homeoffice arbeiten, über alle Wirtschaftszweige hinweg vervielfacht. Gemeinsam mit ihrem Forschungsteam vom Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung an der Universität Osnabrück, möchte Prof. Dr. Julia Müller besser verstehen, wie Menschen ihre Arbeit aus dem Homeoffice individuell gestalten. Sie können die Beantwortung dieser Frage unterstützen, indem Sie an der ca. 20-minütigen anonymen Befragung teilnehmen und diese in Ihrem Familien-, Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis weiterverbreiten (einfach den Link weiterleiten!). Eingeladen sind volljährige Erwerbstätige aller Wirtschaftszweige und Beschäftigungsformen mit festem Arbeitsverhältnis, die (erste) Erfahrung mit der Arbeit aus dem Homeoffice besitzen.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie an unserer Studie teilnehmen und wünschen Ihnen viel Freude und vor allem auch interessante Erkenntnisse bei der Teilnahme unter folgendem Link:

Zur Umfrage.

Weltweite Studie zu Corona-Tracing-Apps (in Deutschland: Corona-Warn-App)

Seit dem 16. Juni gibt es auch in Deutschland die Corona-Warn-App, eine von vielen Corona-Tracing-Apps weltweit. Die Apps sollen im Kampf gegen Corona dazu dienen, Infektionsketten schneller unterbrechen zu können und Testergebnisse automatisiert und schneller zu erhalten. Die Universität Osnabrück, Fachgebiet Unternehmensrechnung und Wirtschaftsinformatik, untersucht, gemeinsam mit der EM Normandie Business School (Frankreich), in einer Technologieakzeptanz-Studie die weltweite Akzeptanz und Gründe für eine Nutzung bzw. Nicht-Nutzung von Corona-Tracing-Apps. Die Umfrage dauert nur 10 Minuten und ist in mehreren Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch) verfügbar. Wir möchten Sie motivieren an dieser Umfrage teilzunehmen und damit die wissenschaftliche Datengrundlage und Aussagekraft zu unterstützen. Das Forscherteam erhofft sich durch die Studie Handlungsempfehlungen ableiten zu können, die sich bspw. auf mögliche Optimierungsansätze der Apps beziehen oder den politischen Kommunikationsprozess betreffen. Die Umfrage kann gerne in nationalen und internationalen, sozialen Netzwerken geteilt werden.  Zur Umfrage gelangen Sie hier.

Prof. Holst forscht zum Thema „Arbeiten in der Corona-Krise“

Die Corona-Pandemie hat Deutschland fest im Griff. Auch die Arbeitswelt ist betroffen – und zwar weit über den Gesundheitssektor hinaus. Covid-19 und die Eindämmungsmaßnahmen haben in fast allen Branchen und Berufsfeldern spürbare Auswirkungen auf die Arbeitenden.
Der Arbeitswelt-Monitor ist ein gemeinsames Projekt der Universität Osnabrück (Prof. Dr. Hajo Holst) und des Netzwerks der Kooperationsstellen Hochschulen – Gewerkschaften in Niedersachsen und Bremen. Ziel des Monitors ist es, die Folgen der Corona-Krise in den verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt sichtbar zu machen.
Egal, wo Sie arbeiten – Einzelhandel, Industrie, Logistik, Pflege, Kindergarten, öffentlicher Sektor, Kulturbereich oder einer anderen Branche, wir interessieren uns für Ihre Erfahrungen: Wie erleben Sie Ihre Arbeit in Zeiten der Corona-Krise? Wie reagieren Arbeit- und Auftraggeber, welche Schutzmaßnahmen werden ergriffen und wie lassen sich Kinderbetreuung und Arbeit im Alltag verbinden?
Eingeladen zur Teilnahme sind Erwerbstätige aus allen Wirtschaftszweigen und allen Beschäftigungsformen.
Bitte nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und beantworten Sie unsere Fragen.

Hier geht es zur Umfrage.