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Digitale Gesellschaft - Innovation - Regulierung


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Design, Analyse und Regulierung von digitalen Plattformen

In diesem Themenfeld werden Fragestellungen der Regulierung von digitalen (Finanz-)Märkten sowie digitalen Plattformen oder auch die Regulierung von digitalen (disruptiven) Geschäftsmodellen wie bspw. im Internet der Dinge (Wettbewerbsrecht, Verbraucherschutz, Datenschutz, Vertrauen, Akzeptanz, Transparenz, Partizipation, Recht des geistigen Eigentums, Privacy by Design, Market Design, Compliance, FinTech, LegalTech) adressiert.

Ziel ist eine interdisziplinäre, sozio-ökonomische Analyse verschiedener Aspekte digitaler Plattformen. Des Weiteren sollen die möglichen Konsequenzen der Transformationsprozesse durch Modelle und Simulationen antizipiert werden, um entwickelte Theorien weiterzuentwickeln, zu formalisieren und zu bewerten. In diesem Themenfeld geht es auch um die ökonomische Analyse des bestehenden und möglicher alternativer rechtlicher Regelwerke.

Die aktuelle (Finanzmarkt-)Regulierung basiert auf veralteten Annahmen, die die heutige digitalisierte Realität der (Finanz-)Märkte nicht widerspiegeln. So wird in der bestehenden Literatur immer noch nicht ausreichend berücksichtigt, dass internationale Kapital- und Informationsströme durch ihre rein digitale Abwicklung ungehindert nationale Grenzen überschreiten und damit kaum durch nationale Regulierungsbehörden gesteuert werden können. Diese digitale Internationalisierung der Kapital- und Informationsströme stellt auch eine ernsthafte Herausforderung für die Wirksamkeit national definierter Geld- oder Finanzmarktstabilitätspolitik dar. Weiterhin hat die Finanzkrise deutlich gezeigt, welche Risiken entstehen, wenn die Finanzmarktregulierung die durch die Digitalisierung ermöglichte Verflechtung der Finanzinstitute ignoriert und somit systemische Risiken unterschätzt.

Bislang galt zumeist die Gleichung, dass ein Mehr an Einzelfallgerechtigkeit nur um den Preis geringerer Rechtssicherheit und – aus ökonomischer Perspektive – höherer Komplexitätskosten erzielt werden kann. Unter den Bedingungen von Big Data könnte dagegen die Frage nach der „optimalen Komplexität“ von Rechtsnormen möglicherweise neu beantwortet werden.

Folgende Fragestellungen werden in diesem Themenfeld adressiert:

Fragenkomplex I: Digitale Plattformen im Industriebereich

  • Wie beeinflussen digitale Plattformen den Wettbewerb in den Märkten, die sie verbinden?
  • Welche Eigenschaften der Plattformen einerseits und des rechtlichen Rahmens andererseits beeinflussen die Markteintrittsbarrieren?
  • Welchen Einfluss haben die Markteintrittsbarrieren in Plattform-Märkten auf die Innovationsdynamik in diesen Märkten?

Fragenkomplex II: Digitale Plattformen im Endverbraucherbereich

  • Welche Chancen und Risiken bergen digitale Plattformen für Nutzer-Innovationen (user innovation)? Welche ökonomischen und rechtlichen Folgen hat die zunehmende Überlappung der Rollen von Anbietern und Nutzern durch digitale Plattformtechnologien?
  • Welche Möglichkeiten haben Nutzer die Verwendung die im Rahmen von Plattform-Geschäftsmodellen erhobenen personenbezogenen Daten nachzuvollziehen und einzuschränken?
  • Welche Regulierungsinstrumente sind hier rechtlich möglich und ökonomisch sinnvoll?

Fragenkomplex III: Digitale Plattformen im Finanzsektor

  • Welche Regulierungsbedarfe und –möglichkeiten entstehen durch neue Anwendungen der Blockchain-Technologie wie Bitcoin?
  • Welchen Einfluss haben digitale Plattformtechnologien im Finanzsektor auf die Finanzierungswege von Firmen und Verbrauchern?

Ausgewählte Publikationen

2018

Kammler, F.; Remark, F.; Thomas, O. (2018), Serviceplattformen als Digitalisierungsstrategie – Entwicklung und Anwendung eines Anforderungskatalogs für den Maschinen- und Anlagenbau (accepted), Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2018, 6.-9. März 2018, Lüneburg.

2017

Beinke, J. H.; Meier, P.; Teuteberg, F., Nickenig, H.-P.: Smart Home Predictive Analytics – Vernetzung von Menschen und Services im Internet der Dinge durch das Patientenortungssystem QuoLoco und die Plattform opta data one. Informatik 2017, 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), Chemnitz.

Frehe, V.; Mehmann, J.; Teuteberg, F. (2017), Understanding and Assessing Crowd Logistics Business Models – Using Everyday People for Last Mile Delivery, in: Journal of Business and Industrial Marketing, Volume 32, 2017, Issue 1, pp. 75-97.

Thomas, O.; Kammler, F.; Özcan, D.; Fellmann, M. (2017), Digitale Plattformstrategien als Treiber der Dienstleistungsflexibilisierung im Maschinen- und Anlagenbau, in: Forum Dienstleistungsmanagement: Dienstleistung 4.0 (Bruhn, M.; Hadwich, K., (Hrsg.)), Gabler Verlag.

2016

Busch, C. (2016), The Future of Pre-contractual Information Duties: Personalization of Disclosure with Big Data; in: Twigg-Flesner, C. (Ed.), Research Handbook on EU Consumer and Contract Law, Edward Elgar, Cheltenham.

Grundke, P. (2016), Ranking Consistency of Systemic Risk Measures: A Simulation-Based Analysis in a Banking Network Model, Working Paper.

Oesterreich, T. D.; Teuteberg, F. (2016), Understanding the implications of digitisation and automation in the context of Industry 4.0: A triangulation approach and elements of a research agenda for the construction industry, in: Computers in Industry, Vol. 83, 2016, pp. 121-139.

Spaeth, S.; Hausberg, P. (2016), Can open source hardware disrupt manufacturing industries? the role of platforms and trust in the rise of 3d printing, in The Decentralized and Networked Future of Value Creation (pp. 59-73), Springer International Publishing.

2014

Hausberg, P.; Spaeth, S. (2014), How Ex Ante Inferior Innovations Can Win Races for Markets with Network Externalities. In Academy of Management Proceedings (Vol. 2014, No. 1, p. 16595), Academy of Management.

Weitere Forschungsfelder